Hommage an uns Faulenzer!

Es gibt so viele Dinge, die ich doch immer so gerne tun würde. Die Dinge, an die man leider zu selten denkt, die man stets vergisst, die man aber doch wirklich dringend machen möchte und die einem doch eigentlich so wichtig sind. Endlich wieder mit dem Gitarre spielen beginnen, denn die 10 Jahre Unterricht, die man vor gefühlten 100 Jahren hatte sollen doch nicht umsonst gewesen sein. Endlich eine Youtube-Karriere starten, denn man ist doch eigentlich auch echt lustig und wenn es diese ganzen anderen Menschen können – wieso nicht auch ich? Endlich den ganzen Papier-Kram sortieren, denn man braucht doch Ordnung im Leben und wenn mal wieder ein Handy verloren geht, muss man doch wissen wo die Rechnung ist. Endlich die ganzen Klamotten aussortieren und auf Kleiderkreisel verkaufen, denn ein wenig Geld kann man doch immer gebrauchen. Endlich wieder mehr malen, denn eigentlich hat man daran doch immer viel Spaß gefunden. Endlich mal wieder zum Friseur, denn es wird mal wieder Zeit den abgebrochenen Spitzen „Adios“ zu sagen. Endlich damit beginnen mehr Sport zu treiben, denn ein paar Kilos könnte man genau wie den abgebrochenen Spitzen auch mal „Adios“ sagen. Mehr Musik hören und endlich wieder neue Lieder auf das Handy laden, denn die jetzige Playlist ist auch nicht mehr das Gelbe vom Ei. Das Auto putzen, anfangen selbst Tomaten zu züchten, Arzt Termine machen, vielleicht auch mal wieder zum Amt wegen irgendeinem bürokratischen Unsinn oder auch einfach mal wieder Fahrrad fahren gehen. Sich nach Zukunftsoptionen umschauen, mehr Geld verdienen, sich zusätzlich, unnötige Sachen leisten, welche man so gerne hätte aber eigentlich doch nicht braucht. Beim Onlineshopping nicht nur immer die Warenkörbe füllen, sondern eventuell auch mal was bestellen. Oder es doch ganz sein lassen und das Geld in ein Hobby, wie die Fotografie investieren und sich endlich über Studio-lichter informieren. Endlich wieder abends, anstatt am Handy zu hängen, ein gutes Buch lesen. Vielleicht eine Zeitschrift abonnieren, um sich mal wieder über Gott und die Welt zu informieren und sich etwas intellektueller zu fühlen? Joggen gehen? Aber das mit dem Sport hatten wir ja schon. Anstatt jedes Wochenende in dieselben Läden zu gehen, einfach mal wandern und neue Dinge erleben. Städtetrips und Campingausflüge. Spazieren, Bowlen oder Klettern gehen. Ich könnte doch auch einfach mal ein Buch schreiben, meine Ideen aufs Blatt bringen, Projekte starten, mit Freunden eine Party schmeißen oder sich einfach direkt selbstständig machen. Dates haben, sich verlieben, Dinge ausprobieren, mehr rausgehen, Abwechslung ins Leben bringen. Nachts spontan nach Amsterdam düsen oder in den Zug springen und in Paris frühstücken gehen. Oder auch einfach mal öfters die Oma besuchen, ihr zuhören und lernen. Ihr zeigen, dass man da ist und sich für sie interessiert. Den Eltern öfters zeigen wie sehr man sie liebt und wie dankbar man für alles ist. Auch seinen Freunden kann man stets öfters zeigen, wie gerne man sie hat und mit Kleinigkeiten oder Überraschungen seinen Dank aussprechen.

Ja, man könnte so viel mehr aus seinem Leben machen. Man könnte seine Tage besser strukturieren, früher aufstehen und einfach mehr schaffen. Mehr, mehr, mehr! Der Druck der Gesellschaft liegt auf unserer aller Schultern. Die sozialen Medien darf man ja auch nicht unterschätzen. Ab und an mal das Profilbild ändern oder ein Bild posten, um zu zeigen, dass man noch lebt und wie toll es einem geht. Und dazu kommt der Druck, den man sich selbst oft macht. Aber wieso?

Wieso nicht einfach wertschätzen, wie schön es ist Freunde zu haben, bei denen man sich nicht jeden Tag melden muss und trotzdem weiß dass man immer für einander da ist. Wieso nicht einfach häufiger Danke sagen, anstatt sich permanent zu entschuldigen. Ein „Danke, dass du auf mich gewartet hast“, hört sich doch schöner an als ein „Sorry, dass ich zu spät bin“. Zufrieden sein mit den kleinen Schritten, die man im Leben geht. Keiner soll von sich selbst oder anderen erwarten, dass man Berge versetzen kann. Zu deiner Oma kannst du trotzdem gerne öfters gehen, das bezweifelt niemand. Aber man kann nun mal nicht gleichzeitig ein Künstler, Sänger, Gitarren-Profi, Sport-Junkie, Ordnungsfreak, Goldesel und ausgelassener Wochenendwanderer sein und dazu noch feiern gehen, Filme schauen, Bücher lesen, das Zeitungsabo ausnutzen und wöchentlich mit allen Freunden einen Kaffee trinken.

Was ich mit dem Text hier sagen möchte ist, jeder hat diese große To-do Liste, die mit Wünschen und Zielen gefüllt ist. Einen Ansporn zu haben ist gut. Motivation in Dingen, welche Spaß bringen, zu finden auch. Die Menschen in seinem Umfeld zu schätzen ohnehin. Aber wir sollten es nicht übertreiben mit unseren Zielsetzungen. Einfach mal einen Gang herunterschalten und nicht mit 280 km/h durchs Leben rasen. Die kleinen Dinge wertschätzen und genießen. Mit einer positiveren Einstellung an genau diesen kleinen Dinge arbeiten, ermöglicht es automatisch mehr Aufgaben zu meistern. Nur glücklich zu sein, sobald man einen Berg voller verschiedener Vorhaben bestiegen und gemeistert hat, verhindert die Chance auf die kleinen Dinge stolz zu sein. Take it easy. Fahrt morgen eure Oma besuchen!

Seid zufrieden mit den kleinen Schritten die ihr geht, denn im Endeffekt kommt man auf diesem Weg gleich schnell an seine Ziele, nur kann man sich eben öfter freuen.

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