Ganz einfach deinen Islandurlaub selbst planen!

Wie? Selbst einen Urlaub planen? Alles alleine buchen? Keine Agentur kontaktieren? Flugpreise und Unterkünfte selbst heraussuchen? Glaubt mir – es ist leichter und vor allem lohnenswerter als man vielleicht glauben mag. 

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Hier meine Anleitung für euch, mit der ihr euch ganz easy einen Urlaub selbst organisieren könnt:

Schritt 1: Wo will ich hin? 

Für die “Normalen” unter uns ist das die wichtigste Frage. Was ja auch völlig nachvollziehbar ist, denn wie soll ich einen Urlaub planen, wenn ich nicht einmal weiß wohin es mich verschlägt? Da ich euch in diesem Post die Urlaubsplanung bezüglich Island näher ans Herz legen möchte, lassen wir diese Frage etwas in den Hintergrund rücken, da unser Ziel somit schon klar ist.

Allerdings möchte ich jedem empfehlen auch mal auf eine andere Art & Weise zu reisen. Und zwar: 1. Zeitpunkt auswählen 2. Urlaub nehmen 3. Auf die Website Skyscanner gehen und 4. einfach bei “Von” Deutschland oder einen bestimmten Abflug-Flughafen und bei “Nach” Alle Orte eingeben.  Somit zeigt die Website Ziele an, die man (wie auf dem folgenden Bild zu sehen) mit vielen Flügen für weit unter 50 Euro erreichen kann & so sehr günstige und spontane Kurztrips machen kann.

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Nun aber zu unserem Trip nach Island. Sagen wir, wir wollen im Sommer 2018 einen Urlaub in Island machen (wobei ich allerdings jedem empfehle, im Winter nach Island zu reisen).

Schritt 2: Flug buchen

Wir gehen also erneut auf die Website von Skyscanner. Ich gebe euch wirklich den Tipp mit dem Flughafen eures Abflugs nicht allzu engstirnig zu sein, denn wenn ihr mit dem Auto oder dem Zug eine halbe Stunde weiter fahrt, spart ihr oftmals ordentlich Geld bei den Flugpreisen. Wir nehmen jetzt mal an, ihr kommt aus meiner Ecke (Südpfalz) und suchen also einen kostengünstigen Flug im September nach Island. Ihr gebt also bei “Von” wieder Deutschland ein (wobei ihr hier mit dem International Flughafen in Frankfurt meist nichts falsch machen & von daher auch gleich Frankfurt eingeben könnt) und bei “Nach” Reykjavik (KEF).

Folgendes sind sind die aktuellen Preise:

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Fliegen wir also vom 13.9. bis zum 27.9. nach Island, kosten uns die Flüge Hin und Zurück mit Wow Air 180€. Wow Air ist eine isländische Billigflieger-Airline, die mit Ryan Air zu vergleichen ist. Also ihr braucht garnicht erst erwarten, dass nach Abflug jemand, wie bei Emirates mit einem feucht warmen Handtuch und Erfrischungsgetränken durch den Flieger läuft und euch bemuttert. #sadlynot // Genug Beinfreiheit und nette Flugbegleiter gab es allerdings trotzdem und das Preis-Leistungs Verhältnis ist wirklich top.

Schritt 3: Entscheidung treffen

Mit oder ohne Gepäck? Für manche von euch mag es sich utopisch anhören nur mit Handgepäck loszuziehen aber ganz ehrlich – In Island macht bestimmt niemand von euch bei einen Schönheitswettbewerb mit und im Sommer braucht man so oder so nicht wirklich viel. Auf Schminke könnt ihr verzichten – stellt euch bei den wichtigen Instagram Bilder einfach mit dem Rücken zur Kamera und macht ein “Ich-blicke-weit-in-die-Ferne-und-genieße-die-Landschaft-so-sehr”-Bild. Zum Reisen zieht ihr ein warmes Outfit an, welches ihr für kältere Nächte nutzen könnt und ansonsten nehmt ihr ein, zwei lockere Teile mit. Für die, die im Winter reisen oder es sich nicht vorstellen können mit leichtem Gepäck zu fliegen, kommen noch ca. 80€ Gepäck hinzu. (insgesamt für Hin- und Rückflug)

Schritt 4: Unterkunft

Für alle Abendteurer: Campervan! Glaubt mir, es gibt keine bessere Alternative als mit dem Van Island zu erkunden, anzuhalten wo auch immer man möchte, von den Geräuschen der größten Wasserfälle aufgeweckt zu werden und einfach komplett ungebunden und frei das Land zu bereisen.

Hierfür habe ich im Voraus extrem viel recherchiert und verglichen. Speziell was Versicherungen etc. angeht. Der Kangoo Camper von Rent.is  war hier wirklich einfach die beste Option. Die Vermietung verlief im Voraus (Reservierung), sowie vor Ort ohne Probleme. Natürlich werden euch auch hier von der Vermietung Extraversicherungen angeboten. Die Leute die dort arbeiten sind darauf spezialisiert euch diese Versicherungen zu verkaufen – vergesst das nicht. Von daher ist es glasklar, dass sich ihre Argumente sehr nachvollziehbar anhören. Im Winter kann man sogar über zusätzliche Versicherungen nachdenken (wir hatten trotzdem keine und die Basis Versicherungen waren völlig ausreichend). Im Sommer allerdings wären die Extraversicherungen nur unnötig rausgeworfenes Geld, da die Ringstraße in Island super gut befahrbar ist & man ganz einfach nur geradeaus fahren muss. Die Vermietung von Rent.is war wirklich super. WLAN im Bus (wichtig für die Navigation), ein zusätzliches Navigationssystem, die nötigen Versicherungen, genug Platz für 2, Standheizung, Camping Equipment (Tisch, Stühle, Kocher, Geschirr etc), USB Anschluss, Ladestation, Stauraum, Schlafsäcke, Kühlschrank – also wirklich alles da was das Herz eines Backpackers begehrt. 

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Im Sommer sind die Preise etwas teurer (Hauptsaison) – noch ein Grund wieso es günstiger und besser ist, im Winter zu reisen. Die Preise sind in vielen Dingen wesentlich tiefer – Campinggebühren, Mietgebühren, Unterkunftspreise, Eintrittspreise – man kann bei Allem sparen (gerade in Island).

Der Camper hat uns im Dezember um die 1200€ mit allem drum und dran gekostet für etwas mehr als 2 Wochen. Hinzu kamen nochmal 100€ pro Person für die erste Nacht und die letzten beiden in einem Air BnB Zimmer in Reykjavik.  Das bedeutet für knapp 3 Wochen kann man p.P. schon mit 700€ an Unterkunftskosten rechnen.

Von dem dauerhaften Aufenthalt in Hostels/ Hotels oder Gasthäusern würde ich euch abraten, denn das geht ins Geld und man muss mit extra Kosten für den Transport an die Sightseeing Spots oder für einen Mietwagen rechnen. In Reykjavik war das Gestinn Guesthouse eine wirklich schöne und zentrale Unterkunft. (Und für isländische Verhältnisse auch wirklich erschwinglich.)

Schritt 5: Vorbereitung 

Die Abholung vom Campervan kann man entweder direkt am Flughafen machen oder man schläft, wie wir es gemacht haben, eine Nacht in einem Guesthouse und schaut sich  zuerst die Hauptstadt an. Am nächsten Tag kann man nach vereinbarter Zeit mit dem Bus zur Vermietung in der Stadt fahren (10 min Busfahrt mit dem öffentlichen Bus / 1 Std. Fußweg vom Zentrum aus). Dann kann es auch eigentlich schon losgehen.

Wichtig:

  • checkt, dass der Tank komplett voll ist, denn ihr müsst ihn auch voll wieder abgeben und dass alle Macken vom Wagen auch wirklich vorher auf dem Vertrag vermerkt wurden. So versichert ihr euch, dass im Nachhinein keine versteckten Kosten auf euch zukommen.
  • Geht am besten in Reykjavik tanken und einkaufen, denn irgendwann gibt es nicht mehr viele große Läden, sondern nur noch Tankstellen und kleine “Tante Emma Läden”, in denen man noch mehr zahlt, als man es sonst in Island schon tut. An die Low Budget Traveller: Nudeln, Tomatensoße, Knäckebrot, Frischkäse, Bananen. Am besten geht ihr euch mit Nahrungsmitteln im Bonus Supermarkt eindecken, dort ist es am günstigsten.
  • Trinkwasser müsst ihr euch nicht kaufen. Ihr braucht nur Anfangs eine Flasche, welche ihr immer mit dem natürlichen Wasser der Wasserfälle frisch auffüllen könnt. Ihr habt noch nie besseres Wasser getrunken, versprochen!
  • Ladet euch für die Autofahrt genug gute Musik auf eure Telefone, denn ihr werdet auf der Ringstraße viel Zeit im Auto verbringen und da kann einem ein Lied schonmal auf die Nerven gehen, wenn man es tausend mal hintereinander hört.
  • Taschenlampe, Sonnenbrille, Gesichtscreme und Labello oder Kinder Kaufmann’s (im Winter) – lasst anderen Müll daheim und überlegt euch zweimal ob ihr Dinge wirklich benötigt.

Schritt 6: Bewusst genießen!

Genießt das Land und die Kultur in vollen Zügen. ABER: Achtet darauf, dass ihr euer Geld für sinnvolles Zeug ausgebt und überlegt euch wirklich bei allen Dingen, die ihr so kauft, ob ihr sie wirklich braucht. In Island gibt es nicht alle 10 Minuten irgendwo einen MC Donalds, indem Kaffee 1€ kostet. Es gibt um genau zu sein überhaupt kein Fast-Food, abgesehen von Subway. Kaffee, Kakao oder Ähnliches kostet meistens 4€. Wenn ihr euch also jeden Tag 2 Tassen gönnt, seid ihr alleine dafür in 3 Wochen knapp 170€ los.  Also steckt das Geld für solchen Schabernack lieber in einen oder mehrere Besuche der Thermen Islands. Wenn ihr gut recherchiert, findet ihr auch hier je nach Saison welche, die kostenfrei sind. Und 3 Wochen ohne Alkohol, Kaffee, Zigaretten oder Süßigkeiten brechen niemandem das Genick.

Ansonsten kann man nur sagen: Genießt eure Zeit in Island!

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Kleiner Tipp: Jeder Reiseführer schwärmt von der Blue Lagoon – das ist auch wirklich bestimmt eine tolle Therme. Es gibt allerdings noch andere heiße, natürliche Quellen wie zum Beispiel das Naturbad in Myvatn, welches kostengünstiger, weniger touristisch und genau so toll, wenn nicht sogar besser ist als die Blue Lagoon. Die Blue Lagoon ist oftmals vorher schon ausgebucht, weil sie von Touristen so überlaufen ist. Für mich war es ein richtiges Highlight, während der Zeit in Island in Myvatn komplett alleine und bei Nacht in einer der heißen Quellen des Naturbads zu schwimmen. Das ist doch viel schöner, als sich mit 100 anderen Touristen das warme Wasser teilen zu müssen. Mit viel Glück, kann man Nachts vom heißen Wasser aus sogar die Nordlichter beobachten.

Im Sommer sollte man die Campingplätze nutzen, da Wildcamping offiziell nicht erlaubt ist. Ihr habt es natürlich nicht von mir, aber im Winter sind die Isländer da NOCH ziemlich locker, wenn man sich nicht gerade direkt an die Straße stellt und im Wagen schläft. Wichtig: Den Müll den ihr macht, solltet ihr auch einfach wieder mitnehmen und in der nächsten Ortschaft entsorgen. Ihr lebt in Island so nah an den wilden Tieren, dass euch dort vielleicht klar wird, welch direkten Einfluss jegliche Art von Müll, den wir produzieren auf die Tierwelt und die Natur haben. Die Isländer legen viel Wert auf die Müllentsorgung und den Schutz der Natur – von daher solltet ihr “als Gäste” das auch.

Bei weiteren Fragen, kommentiert gerne unter diesen Beitrag.

Liebe Grüße 🙂

Kim

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